ICH E Guidelines: Wie man Audits und Inspektionen erfolgreich besteht

ICH E Guidelines und Audits: Was Inspektoren von QA und QP erwarten

Einleitung

Für QA und Qualified Person ist ein tiefes Verständnis der ICH-E-Leitlinien unerlässlich, um regulatorische Audits und Inspektionen zu meistern. Inspektoren bewerten klinische Studien nicht nur hinsichtlich der Datenqualität, sondern auch danach, ob das gesamte GCP-System unter Kontrolle ist: Delegationen, Aufsicht, TMF, Data Integrity, Safety und risikobasiertes Management.
Die Leitlinie ICH E6(R3) sowie die ICH-E2-Dokumente bilden den Rahmen, auf dem EMA, FDA und MHRA ihre Bewertungen aufbauen.

Bereite dich auf EMA/FDA-Inspektionen vor: wende die ICH-E-Leitlinien korrekt auf Sponsor, TMF, Data Integrity und Risk Management an. Leitfaden für QA/QP.


Regulatorische Analyse: Was EMA und FDA prüfen

Die Behörden bewerten:

  • Anwendung der ethischen GCP-Grundsätze
  • Governance des Sponsors und Angemessenheit des QMS
  • dokumentierte, risikobasierte Prozesse
  • validierte und geschützte elektronische Systeme
  • Datenintegrität über den gesamten Datenlebenszyklus
  • Vollständigkeit von TMF und ISF
  • korrekte Bearbeitung sicherheitsrelevanter Meldungen (SAE, SUSAR)

Eine Nichteinhaltung in einem dieser Punkte kann ganze Teile des Zulassungsdossiers untergraben.


Was Inspektoren suchen (mit Beispielen)

1. Oversight Sponsor → CRO

Realer Fall: Eine CRO übernimmt das Monitoring, doch der Sponsor bewahrt keine Evidenz der Überprüfungen auf.
Ergebnis: Major finding wegen fehlender dokumentierter Aufsicht.


2. Investigator und Delegation Log

Inspektoren prüfen:

  • aktuelle Delegationslisten
  • Qualifikationen und Schulungen des Personals
  • Übereinstimmung zwischen durchgeführten Aktivitäten und delegierten Rollen

Typische Abweichung: klinische Aufgaben werden von nicht qualifiziertem Personal ausgeführt.


3. Nicht abgestimmtes TMF

Inspektoren verlangen sofortigen Zugang zum TMF. Häufige Findings:

  • fehlende Dokumente
  • veraltete Versionen
  • fehlende kritische Evidenz (Decision Log, Eskalationen, wichtige E-Mails)
  • Diskrepanzen zwischen Sponsor-TMF und Site-ISF

4. Data Integrity

Beobachtete Fehler:

  • nicht geprüfte Audit Trails
  • gemeinsame Benutzerkonten
  • verspätete Änderungen an Primärdaten
  • nicht validierte Systeme

Wie man kritische Abweichungen vermeidet

QA/QP müssen präventive Strategien etablieren:


1. TMF jederzeit inspizierbar halten

  • Aktualisierung in Echtzeit
  • TMF-Index gemäß DIA Model
  • versionierte und durchsuchbare Dokumente
  • Audit Trails inkludiert

2. Oversight formalisiert umsetzen

  • klare Monitoring-Pläne
  • KPIs und Quality Tolerance Limits
  • Co-Monitoring
  • gezielte Audits von CRO und Vendoren

3. Starke Data Integrity sicherstellen

  • Validierung aller elektronischen Systeme
  • Kontrollen der Datenübertragungen
  • Audit-Trail-Review-Plan
  • Benutzerverwaltung mit minimalen Rechten

4. Safety und Pharmakovigilanz integriert managen

Sicherstellen der Übereinstimmung mit ICH E2 (E2A, E2B(R3), E2D, E2C(R2)):

  • fristgerechte SAE-Meldungen
  • korrekte Bewertung der SUSAR
  • ICSR-konform mit R3-Standard
  • aktuelle RSI im TMF hinterlegt

Audit-Readiness: wesentliche Dokumente

Für jede Studie müssen QA/QP folgende Dokumente bereit halten:

  • Protokoll + Amendments + Ethikvotum
  • Monitoring-, Statistik- und PV-Pläne
  • Verträge mit CRO und Vendoren
  • Delegationslisten und Schulungsnachweise
  • Monitoring- und Co-Monitoring-Berichte
  • Audit Trails und Systemlogs
  • aktuelle RSI
  • wichtige Kommunikation und Decision Logs

Box – Typischer Fehler → Empfohlene Korrekturmaßnahme

Fehler: Audit Trails wurden nicht überprüft.
Maßnahme: risikobasierten Audit-Trail-Review-Plan implementieren, mit dokumentierten Kriterien und Ablage im TMF.

Fehler: Delegationen nicht formalisiert.
Maßnahme: Verträge und Delegation Log aktualisieren, Personal schulen, Cross-Checks einführen.

Fehler: unvollständiges TMF.
Maßnahme: monatliche TMF-Audits, einheitlicher TMF-Index, konsequente Versionskontrolle.


Schlussfolgerung

Die ICH-E-Leitlinien bilden die Grundlage für GCP-Compliance. Für QA und QP bedeutet Audit-Readiness, Risk-Based Management, Data Integrity, Pharmakovigilanz und TMF-Governance in ein einziges robustes, transparentes Qualitätssystem zu integrieren. Halte dein Unternehmen audit-ready. Entdecke die vollständige Leitlinie auf GuideGxP.com.

Zurück zum Blog

Suchst du etwas Bestimmtes?