PHARMA LAB · PL-02-006
Filtrationssysteme für die Sterilitätsprüfung: Aufbau und aseptische Kontrolle

In diesem Artikel
Bei der Sterilitätsprüfung durch Membranfiltration hängt das Ergebnis auch vom Probenweg ab. Eine falsche Verbindung kann Kontamination eintragen; ungeeignete Materialien oder hemmende Rückstände können die Wiederfindung beeinträchtigen. Entscheidend ist: Erhält der tatsächlich verwendete Aufbau sowohl die aseptische Kontrolle als auch die Leistungsfähigkeit der Methode?
Die Wahl zwischen Filtration und Direktbeimpfung wird gesondert behandelt. Hier geht es um Komponenten, Transfers und Kontrollen, ohne allgemeingültige Porengrößen, Volumina, Spülschritte oder Inkubationsbedingungen vorzugeben.
1. System und Systemgrenze festlegen
Stellen Sie den Weg vom Probenbehälter über die Membran bis zum Kulturgefäß dar. Berücksichtigen Sie Probenahmestellen, Adapter, Schläuche, Entlüftungen, Abläufe, Pumpen und Schnittstellen zum Isolator. Kennzeichnen Sie geschlossene Abschnitte und Schritte mit aseptischer Manipulation. Die Bezeichnung „geschlossenes System“ beseitigt Risiken beim erstmaligen Anschließen oder bei späteren Eingriffen nicht.
Die analytische Filtration hält die mit der Prüfmethode nachzuweisenden Mikroorganismen zurück. Sie ist keine Sterilfiltration in der Herstellung: Ziele, Nachweise und Kriterien sind nicht austauschbar. Übertragen Sie Prüfungen oder Anforderungen für Produktionsfilter nicht automatisch auf den analytischen Aufbau.
2. Verträglichkeit und Konfiguration prüfen
Beziehen Sie die Auswahl von Membranen, Schläuchen, Dichtungen und Behältern auf Matrix und Verwendungszweck. Berücksichtigen Sie Viskosität, Partikel, Adsorption von Produktbestandteilen, mögliche herauslösbare Stoffe und Wachstumseffekte. Kein Material eignet sich für jede Formulierung. Eine chemische Verträglichkeitstabelle ist hilfreich, belegt allein aber keine mikrobiologische Wiederfindung.
Vergleichen Sie freigegebene Stückliste, Fließschema, Anleitungsversion und tatsächlichen Aufbau. Prüfen Sie, ob Verbindungen und Kapazitäten zur Methode und zu den angegebenen Gerätegrenzen passen. Legen Sie fest, welche Alternativen bereits bewertet sind und welche ein Änderungsverfahren erfordern. Äußere Ähnlichkeit belegt keine Gleichwertigkeit.
3. Wareneingang und Status vor Verwendung kontrollieren
Verknüpfen Sie bei Wareneingang Artikelnummer, Charge, Verfallsdatum, angegebenen Sterilisationsstatus und Annahmedokumente. Erfassen Sie relevante Transport- oder Lagerbedingungen und kontrollieren Sie Verpackungen, Versiegelungen und Schutzbarrieren. Eine beschädigte Verpackung verlangt eine dokumentierte Materialentscheidung, nicht lediglich eine äußere Reinigung.
Vor der Prüfung kontrolliert die ausführende Person die Verfügbarkeit der freigegebenen Konfiguration, die Geräteeignung und den Status der Verbrauchsmaterialien. Die Laborleitung stellt erforderliche Nachweise sicher; die Qualitätsfunktion wirkt gemäß den Standortverantwortlichkeiten mit. Öffnen Sie Verpackungen nicht für Kontrollen, die ohne Beeinträchtigung der Barriere möglich sind.
4. Aufbau und Transfers beherrschen
Die Arbeitsfolge muss aus der freigegebenen Verfahrensanweisung und den geltenden Anleitungen stammen. Die folgende Checkliste hilft, deren Abdeckung zu prüfen, ersetzt sie jedoch nicht. Berücksichtigen Sie Materialanordnung, Zugänglichkeit, Berührung kritischer Oberflächen und Manipulationen nach dem Transfer in die geschützte Umgebung.
- Vorher: Probe identifiziert; Komponenten und Chargen geprüft; Verpackungen akzeptabel; zulässiger Fließweg und Materialien bestätigt; Personal qualifiziert.
- Währenddessen: Verbindungen entsprechen dem Schema; kritische Stellen geschützt; Fluss beobachtet; Eingriffe, Alarme und Unterbrechungen zeitnah zum Ereignis dokumentiert.
- Danach: Gefäße und Proben abgeglichen; Verschlüsse und Kennzeichnung geprüft; Daten und Auffälligkeiten zur Überprüfung weitergegeben; Materialien verfahrensgemäß behandelt.
| Stelle | Risiko | Festzulegende Kontrolle | Aufzeichnung |
|---|---|---|---|
| Probe–Adapter | Fremdeintrag oder Probenverwechslung | Freigegebene Verträglichkeit und aseptische Verbindung | Proben-ID, Komponente, ausführende Person |
| Schlauch–Filterbehälter | Leckage, Umgehung oder falscher Fließweg | Vorschriftsmäßiger Aufbau und vorgesehene Prüfungen | Konfiguration und beobachtete Auffälligkeiten |
| Zugabe methodisch vorgesehener Flüssigkeiten | Kontamination oder verbleibende Hemmung | Zugelassene Materialien und nachweislich geeignete Bedingungen | Chargen, tatsächliche Mengen, Reihenfolge |
| Eingriff nach Unterbrechung | Verlust aseptischer Kontrolle | Anhalten, schützen, autorisierte Bewertung einholen | Zeit, exponierte Stelle, Entscheidung und Begründung |
5. Funktion, Integrität und Wiederfindung unterscheiden
Die mechanische Funktion beantwortet: „Fördert das System die Flüssigkeit wie vorgesehen?“ Die durch System und Methode geforderten Integritätsprüfungen betreffen Leckagen oder beeinträchtigte Barrieren. Die mikrobiologische Eignung zeigt hingegen, dass die Probe in der vorgesehenen Konfiguration den Nachweis relevanter Mikroorganismen nicht verhindert. Keiner dieser drei Nachweise ersetzt automatisch die anderen.
Spülungen, Verdünnungen und Neutralisatoren müssen durch Methode und Eignungsstudien begründet sein; eine mögliche Toxizität des Neutralisators ist einzubeziehen. Das FDA-Handbuch, Kapitel 3, behandelt Produkthemmung und Wiederfindung ausdrücklich. Seine Arbeitsanweisungen sind kein auf jeden Aufbau übertragbares Rezept.
Verknüpfen Sie diese Nachweise mit der Wachstumsförderung der Medien, relevanten Kontrollen und der Umgebungsbeherrschung. Bewerten Sie bei Isolatortransfers auch die Verträglichkeit mit dem Biodekontaminationszyklus und mögliche Rückstandseffekte auf die Prüfung.
6. Störungen ohne automatischen Neustart bearbeiten
Leckagen, Verstopfungen, Brüche und unerwartete Stopps erfordern den Schutz von Proben und Daten sowie die Beteiligung der zuständigen Funktionen. Dokumentieren Sie Auftretenszeit, bereits verarbeitete Menge, betroffenen Abschnitt, mögliche Expositionen und durchgeführte Maßnahmen. Wiederhergestellter Fluss belegt nicht, dass die aseptische Kontrolle erhalten blieb.
Ersetzen Sie nicht eigenmächtig ein Teil und beginnen erneut, während die erste Prüfung verworfen wird. Die Bewertung muss mechanischen Defekt, beeinträchtigte Prüfung und Auswirkungen auf Ergebnisse oder weitere Proben unterscheiden. Bei Wachstum folgt die Untersuchung einer positiven Sterilitätsprüfung, ohne die Ursache automatisch dem Gerät zuzuschreiben.
7. Konfiguration über den Lebenszyklus erhalten
Simulierter Fall. Ein Einwegverbinder wird als gleichwertiger Ersatz vorgeschlagen. Der Nenndurchmesser stimmt überein, Material und innere Geometrie unterscheiden sich jedoch. Das Labor vergleicht Anleitungen, Verbindungen, Produktkontakt, Isolatortransfer und vorhandene Studien. Erfolgreiche Montage genügt nicht: Vor der autorisierten Einführung legt das Änderungsverfahren erforderliche Prüfungen zu Verträglichkeit, Dichtheit und Methodeneignung fest.
Die Schlussfolgerung kann den Verbinder auf nachweislich geeignete Konfigurationen beschränken, weitere Nachweise verlangen oder ihn ablehnen. Dokumentieren Sie die Begründung, aktualisieren Sie Stückliste und Schulung und legen Sie die Erkennung der neuen Komponente fest. Prüfen Sie Trends bei Leckagen, Verstopfungen und Eingriffen: Ein Anstieg nach der Änderung verdient Bewertung, auch wenn Einzelprüfungen kein Wachstum zeigten.
Im Hub Mikrobiologie und Sterilitätsprüfung finden Sie die Zusammenhänge zwischen System, Methode und Untersuchung.
Quellen und Zugriffsgrenzen
- FDA, Aseptic Processing, 2004, XI.A: Wiederfindung, Laborkontrollen und Schulung.
- FDA, Pharmaceutical Microbiology Manual, Revision 02 vom 25. August 2020, Kapitel 3: öffentliche Fassung; ersetzt weder die freigegebene Methode noch die aktuelle interne FDA-Version.
- WHO, TRS 961, Annex 2, 2011: gute Praxis pharmazeutisch-mikrobiologischer Laboratorien.
- Europäische Kommission, EU-GMP-Annex 1, 2022, Abschnitt 10: Qualitätskontrolle und Prüfgrenzen.
- USP 〈71〉 und EDQM 2.6.1, Harmonisierungsstatus: öffentliche Angaben; aktuelle vollständige Arzneibuchtexte nicht eingesehen, keine spezifischen Klauseln zugeschrieben.
Quellenprüfung am 30. September 2026. Checkliste, Matrix und Fall sind eigene didaktische GuideGxP-Inhalte zur Anpassung an das Standortsystem.
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